Historisches

Die Gründung des Sülfelder Landwirtschaftlichen Betriebes geht in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges zurück. Hier kämpfte Hans Lübbecke mit von Knesebeck gegen bischöfliche Truppen. Scheinbar waren sie sehr erfolgreich, denn unser Familienwappen, der gebrochene Hirtenstab mit Kurzschwert, deutet darauf hin. Wilhelm Lübbecke, ein Enkel von Hans Lübbecke, kam an ein Braubrennrecht, was ihm später aberkannt werden sollte. Er wollte das Brennrecht aber nicht aufgeben, sodass es zu einer Gerichtsverhandlung kam. Aus diesem Grund kennen wir genau unser Gründungsdatum.
Gebrannt wurde wohl ab 1701, das tatsächliche Lübbecksche Brennrecht gibt es seit 1706.
Hofkupferstich um 1706Früher war es ein Gebietsmonopol das vom Celler Fürstenhof verliehen wurde. Allerdings hat die Familiengeschichte einen kleinen Wermutstropfen. Ein weiterer Sülfelder Gutsbesitzer Wilhelm Lübbecke verstarb mit seiner Frau 1867 an Typhus. Der Betrieb wurde in diesem Jahr auf Grund dessen verpachtet. Der Pächter Ernst hatte eine Lagerhalle gebaut und ca. 2.500 Fässer mit je 35 Liter Fassungsvermögen in der Kundschaft, ca. 300 Fässer mit 50 Litern und einige Fässer mit 100 Litern Fassungsvermögen.

Die Brennerei hat sich über die nächsten Generationen positiv weiterentwickelt, so dass 1886 ein weiteres Lagerhaus mit 17 Fässern von je 11.500 Litern erbaut wurde, ein Fass hatte ein Fassungsvermögen von 22.000 Litern. Insgesamt konnten also 217.500 Liter in der Brennerei gelagert werden. Es wird eine geschätzte Produktion von ca. 400.000 Litern pro Jahr angenommen, sodass die Sülfelder Brennerei zu den größeren in Niedersachsen zählte.
Zu dem wurde auf unserem Stammbetrieb in Gamsen und in Celle-Blumenlage je eine weitere Brennerei errichtet. Der letzte Lübbecke, Hermann, erlernte die Brennkunst auf dem Gut Heinmühlen. Es blieb nicht aus, dass er die Nichte des Brennereibesitzers Döscher heiratete. Diese Brennerei war auch sehr groß und seinerseits schon im Export nach Russland sehr aktiv. Auch wurde der norddeutsche Küstenraum von der Brennerei Heinmühlen versorgt.

Brennerei 1971

Brennerei 1971

1968 ist über die weibliche Linie unser Betrieb wieder in Eigenbewirtschaftung übernommen worden. Die Produktion über das hohe Brennrecht und Sonderbrandmöglichkeiten machte es möglich das ca. 200.000 Liter reiner Alkohol erzeugt werden konnten. Durch die Gründung der EU waren viele nationale Monopole nicht EU-konform, sodass diese aufgelöst wurden und auch wir haben letztendlich unsere Brennrechte in 2013 verloren.

Diese Tendenz war in  den 80er Jahren bereits zu erkennen, allerdings wurden zu der Zeit die Brennrechte noch hoch gehandelt. Also entschlossen wir uns die Brennrechte zu einem guten Preis zu verkaufen.

Heute kann frei gebrannt werden und wir wollen der Familientradition folgen und wieder eine Whiskybrennerei errichten. Vor Jahren ist bereits eine Geistbrennerei erstellt worden, auf der wir unsere Kräutergeiste und andere Botanicals und Früchte destillieren.